Wer schon einmal ein Shooting bei mir gebucht hat, hat diesen Satz vermutlich gehört:"Die schönste Zeit zum Fotografieren ist die Goldene Stunde."
Doch warum lege ich so viel Wert auf diese besondere Tageszeit? Und gibt es vielleicht auch Nachteile? Heute möchte ich euch einen kleinen Einblick geben, warum die Goldene Stunde für mich oft die perfekte Zeit für unvergessliche Bilder ist.
Als Goldene Stunde bezeichnet man die Zeit kurz nach Sonnenaufgang beziehungsweise kurz vor Sonnenuntergang. In dieser Zeit steht die Sonne besonders tief und taucht die Landschaft in ein warmes, goldfarbenes Licht.
Genau dieses Licht sorgt für die verträumte und emotionale Stimmung, die viele meiner Kunden auf meinen Bildern so lieben.
Der wohl größte Vorteil ist das Licht selbst.
Während die Mittagssonne oft harte Schatten im Gesicht erzeugt und Menschen sowie Pferde zum Blinzeln bringt, wirkt das Licht während der Goldenen Stunde deutlich weicher. Die Übergänge zwischen Licht und Schatten sind sanft und schmeicheln dem Motiv auf natürliche Weise.Das Ergebnis sind Bilder, die harmonisch, hochwertig und besonders natürlich wirken.
Das goldene Licht verleiht den Bildern eine ganz besondere Stimmung. Wiesen leuchten wärmer, Pferde glänzen förmlich im Sonnenlicht und jede Aufnahme wirkt etwas magischer.
Gerade bei Pferdeshootings liebe ich diesen Effekt. Das Fell bekommt einen wunderschönen Glanz und selbst einfache Locations wirken plötzlich wie aus einem Märchen.
Oft fotografiere ich bewusst gegen die Sonne. Dabei entsteht ein sanfter Lichtsaum um Menschen und Pferde, der die Motive wunderbar vom Hintergrund trennt.
Besonders bei wallenden Kleidern, wehenden Mähnen oder innigen Momenten zwischen Mensch und Pferd entsteht so eine einzigartige Bildwirkung.
Viele Shootings finden auf öffentlichen Wegen, Feldern oder Reitanlagen statt. Am Abend wird es dort häufig ruhiger. Die Hektik des Tages verschwindet langsam und man kann sich ganz auf das Shooting konzentrieren.
Diese entspannte Atmosphäre überträgt sich oft auch auf die Bilder.
Gerade Pferde profitieren enorm vom sanften Abendlicht. Das Fell erhält wunderschöne Reflexionen und die Bewegungen wirken durch das warme Licht besonders dynamisch und elegant.
Außerdem sind viele Pferde in den Abendstunden deutlich entspannter als mitten am Tag, wenn Sommersonne und Hitze ihnen zu schaffen machen.
Für mich entstehen deshalb viele meiner absoluten Lieblingsbilder genau in diesen letzten Minuten vor Sonnenuntergang.
Natürlich sind auch Hunde und Menschen zur goldenen Stunde sehr schön zu fotografieren.
So sehr ich die Goldene Stunde liebe, hat sie natürlich auch ihre Herausforderungen.
Das perfekte Licht bleibt nicht lange. Je nach Jahreszeit kann die eigentliche Goldene Stunde bereits nach 30 bis 60 Minuten vorbei sein.
Deshalb ist eine gute Vorbereitung besonders wichtig. Outfits, Pferde und Shootinglocation sollten bereits vor dem besten Licht bereitstehen.
Im Hochsommer geht die Sonne oft erst sehr spät unter. Das bedeutet, dass ein Shooting teilweise erst gegen 20 Uhr oder sogar noch später startet.
Für Familien mit kleinen Kindern oder Menschen mit einem vollen Terminplan kann das manchmal eine Herausforderung sein.
Die schönste Planung nützt nichts, wenn kurz vor dem Shooting dichte Wolken aufziehen oder ein Gewitter aufkommt. Besonders bei Outdoor-Shootings gehört deshalb immer ein kleiner Plan B dazu.
Trotz aller Herausforderungen ist und bleibt die Goldene Stunde meine liebste Zeit zum Fotografieren.
Das warme Licht, die sanften Farben und die besondere Atmosphäre verleihen jedem Shooting etwas Magisches. Egal ob Pferdeshooting, Portraits oder besondere Herzensmomente: Die Bilder erhalten eine Tiefe und Emotionalität, die zu anderen Tageszeiten nur schwer zu erreichen ist.Genau deshalb nehme ich gerne spätere Uhrzeiten in Kauf und jage gemeinsam mit meinen Kunden den letzten Sonnenstrahlen des Tages hinterher. Denn oft entstehen genau dann die Bilder, die noch viele Jahre später ein Lächeln ins Gesicht zaubern.
